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Archiv für 27. März 2012


Nach einem Wettkampf tut man gut daran, sich noch einmal auszulaufen, gemeinsam durch die Natur zu traben, anschließend die Glieder, Sehnen und Muskeln – von deren Existenz und Bezeichnungen der anatomisch nicht vorgebildete Sportler gar keine Kenntnis haben mag – zu dehnen und zu strecken, damit sie nicht beim nächsten Mal den Dienst aufkündigen, und sich dann zu einem kräftigenden Abendmahl zusammenzusetzen. Tut man das alles auch noch unter Anleitung von John Stackmann von der Leichtathletikgemeinschaft Erlangen, wird daraus ein Erlebnis, das den Besuch der Läufer aus Wladimir, die heute wieder die Heimreise antreten, zum schieren Genuß steigert. Ohnehin sind sie voll des Lobes für die großartige Organisation des Winterwaldlaufs, voll der Begeisterung über die Gastfreundschaft, voll der Dankbarkeit für unvergeßliche Eindrücke vom “Paradies für Läufer und Radfahrer”, wie sie Erlangen gern nennen.

Die Gastläufer mit John Stackmann (6. v.l.) nach dem letzten Auslauf auf dem Sportgelände von Siemens

“Hätten wir eure Bedingungen, wir würden bestimmt doppelt so schnell laufen”, scherzt Alexej Kruglow und fügt hinzu, er habe sich in Erlangen wieder in Wettkampflaune gebracht. Das gilt auch für Sofia Prutnikowa, die seit fünf Jahren zum ersten Mal wieder die 10 Kilometer gelaufen ist und dennoch den ehrenvollen Platz 12 bei W 45 schaffte. Das gilt besonders auch für Anatolij Iwantschenko, erst vor wenigen Jahren aus Samarkand in die Partnerstadt gezogen, der in der Gruppe M 60 auf der 15-Kilometer-Distanz auf den 7. Platz kam. Ihm, der seit 20 Jahren Marathon läuft – außer ihm tut das übrigens nur noch ein einziger jüngerer Sportler im ganzen großen Wladimir! – war die Strecke zu kurz. Er konnte seine Stärken nicht ausspielen wie in Twer, wo er schon einmal den ersten Platz belegte, oder in Moskau, St. Petersburg oder Omsk, wo er regelmäßig an den Start geht. Nun wünscht er sich, auch einmal mit – nicht gegen! – John Stackmann zu laufen, sei es in Düsseldorf, Berlin oder irgendwo in Rußland. Doch der will zuerst noch seinen einhundertsten Marathon beim Ober-Main-Lauf absolvieren. Danach ist alles möglich. Wie in der wiederbelebten Disziplin der Partnerschaft überhaupt: Beim nächsten Winterwaldlauf jedenfalls wollen alle wieder dabeisein und noch mehr Athleten mitbringen, und im Herbst gibt es einen Cross-Lauf in den Wäldern von Wladimir. Bis dahin haben die russischen Sportler ihren winterbedingten Trainingsrückstand bestimmt wettgemacht und noch eins draufgelegt. Aber die Partnerschaft lebt ja vom Miteinander – zumindest nach dem Wettkampf.

Mehr am laufenden Meter unter: http://is.gd/tSv256 und http://is.gd/CYmjEl

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