Seit seinem Amtsantritt vor einem dreiviertel Jahr ist kein Monat vergangen, wo Sergej Sacharow nicht Gäste aus Erlangen empfangen hätte. Da läßt es sich Wladimirs Oberbürgermeister denn auch nicht nehmen, Jürgen Üblacker, den soeben in den Ruhestand verabschiedeten Direktor des BRK Erlangen-Höchstadt, und Peter Steger, den Partnerschaftsbeauftragten, zu einem Gespräch ins Rathaus einzuladen. Und, wer ihn kennt, weiß, daß er es nicht beim Gespräch beläßt, sondern immer konkrete Absprachen trifft. So auch gestern bei dem Treffen: Er persönlich und die Stadtverwaltung insgesamt werden alles daran setzen, den Neustart des Roten Kreuzes in Wladimir - nach Jahren der Stagnation – erfolgreich zu gestalten, ganz wie es sich die Gäste als Vertreter des Fördervereins Rotes Kreuz Wladimir wünschen. Vor allem mit der Bereitstellung von Räumlichkeiten und dem Angebot, an Ausschreibungen für Sozialprojekte teilzunehmen. Und schließlich möchte Sergej Sacharow möglichst bald nach Erlangen kommen, vielleicht schon im Juni, um u.a. die Arbeit des BRK vor Ort kennenzulernen. Immerhin war er nun schon zehn Jahre nicht mehr in der Partnerstadt, die er überhaupt erst einmal besucht hat, zur Tausend-Jahr-Feier 2002, damals noch als Abgeordneter der Gouvernementsduma. Prächtig hat es ihm damals gefallen. Desto mehr wundert er sich übrigens darüber, daß man diesen Stadt-Geburtstag nicht alljährlich mit einem großen Volksfest begeht, wie in Wladimir üblich. Aber zum Feiern hat Erlangen ja seine Bergkirchweih.
Aber da ist noch etwas, das Sergej Sacharow loswerden möchte: Seinen aufrichtigen Dank an Jürgen Üblacker, der seit 1990 wie kaum ein anderer für die Aktion “Hilfe für Wladimir” steht und über zwei Jahrzehnte hinweg den Menschen in der Partnerstadt unschätzbare Unterstützung in schwerer Zeit gegeben hat. Das ist schon eine veritable Dankurkunde wert, zumal der Rentner bereit ist, auch im Ruhestand weiter für das Rote Kreuz in Wladimir tätig zu bleiben. Und so beläßt auch er es nicht einfach beim Gespräch, sondern verspricht, schon bald für länger zurückzukehren, um seine Erfahrungen für die Kollegen vom Wladimirer Roten Kreuz zur Verfügung zu stellen. Kein Ende also einer Ära, wie Stefan Müller MdB, Präsident des BRK Erlangen-Höchstadt, bei der Verabschiedung von Jürgen Üblacker meinte, sondern der Beginn einer neuen Phase der Zusammenarbeit – zumindest für und mit Wladimir.
Für diesen Neubeginn stehen Olga Dejewa, Direktorin des Wladimirer Sozialwerks und seit November Geschäftsführerin des Wladimirer Roten Kreuzes, und Jewgenij Jaskin, leitender Chefarzt des sogenannten Rot-Kreuz-Krankenhauses, der ehrenamtlich dem Vorstand der gemeinnützigen Organisation angehört. Denk beiden darf man dank ihrer Berufserfahrung und Verbindungen in Politik und Gesellschaft zutrauen, das Rote Kreuz in der Partnerstadt wieder auf die Erfolgsspur zu bringen und selbständig zu machen, weitgehend unabhängig von Finanzleistungen aus Erlangen. Die sollen in Zukunft nur für konkrete Projekte fließen, nicht mehr für die Infrastruktur und das Personal des Ortsverbands Wladimir. Wie das alles en detail vonstatten gehen soll, steht heute auf der Tagesordnung. Gestern ging es bei einem Abendessen im engen Kreis darum, einander näher kennenzulernen, Vertrauen zueinander und in eine gemeinsame Zukunft aufzubauen. Und das ist voll und ganz gelungen. Da wird das andere fast von selbst gelingen.
Was sonst noch alles gestern gelungen ist, mag Gegenstand späterer Einträge hier im Blog sein. Heute nur so viel: Schon in den nächsten Wochen kommen Läufer und Strafvollzugsbeamte, Fußballer, Radfahrer, Psychologiestudenten und Schüler nach Erlangen. Eine Kunstausstellung steht an. Der Blaue Himmel wird ab dem 1. Februar unter der neuen Leitung des Psychiatrischen Krankenhauses firmieren. Und vieles mehr, versprochen!





