Sergej Sujew, Pfarrer der Wladimirer Rosenkranzgemeinde, und Rolf Bernard vom Erzbischöflichen Jugendamt tragen die Idee schon seit drei Jahren mit sich herum und in die Welt hinaus: Nachdem sich das Vorhaben, ein Jugendzentrum auf dem Gelände der Pfarrei, zwei Steinwürfe vom Goldenen Tor entfernt, am Steilhang zur Kljasma und oberhalb des Stadions gelegen, nicht hat verwirklichen lassen, trifft man nun Anstalten, ein Pilgerhaus zu errichten. Diese Einrichtung soll Unterkunft für Reisende mit einem kleineren Portemonnaie bieten, die es in das einstige geistliche Zentrum Rußlands mit all seinen sakralen Schätzen zieht, sie wird als Ort der ökumenischen Begegnung von orthodoxen und katholischen wie protestantischen Christen dienen - und den notorisch leeren Klingelbeutel der Katholiken in der Partnerstadt dauerhaft füllen. Die Baugenehmigung hat die Stadt Wladimir bereits erteilt, Don Pezzi, der Erzbischof von Moskau, hat seinen Segen zu dem Projekt gegeben, und sogar die Finanzierung gibt Grund zur Hoffnung. Beteiligen wollen sich nämlich Renovabis, Kirche in Not und das Erzbistum Bamberg. Mit von der Partie sind auch amerikanische Bischöfe und natürlich der Förderverein Nadjeschda.
Nun haben sich auch die Delegierten aus den katholischen Pfarreien des Dekanats Erlangen und deren hauptberufliche Seelsorger bei nur zwei Enthaltungen für eine Unterstützung dieses nach dem Erlangen-Haus und dem Blauen Himmel dritten großen Bauvorhabens ausgesprochen. Pfarrer Udo Zettelmaier, Vorsitzender des Fördervereins Nadjeschda, Rolf Bernard und Peter Steger stellten bei dem Treffen des Dekanatsrats und der Pastoralkonferenz im Pfarrsaal von St. Xystus bereits am Dienstag vergangener Woche das Konzept vor und trafen auf breite Zustimmung, die Dekan Josef Dobeneck in dem Satz zusammenfaßte: “Wir wollen das Pilgerhaus der katholischen Rosenkranzgemeinde in Wladimir mittragen.” Auf seine Initiative hin soll nun auch regelmäßig in den Gemeinden des Umlands ein “Wladimir-Sonntag” veranstaltet werden, um auch außerhalb Erlangens Interesse an einer Zusammenarbeit mit und Unterstützung der Rosenkranzgemeinde zu wecken. Und einmal im Jahr wird die Kollekte für die Gemeinde in der Partnerstadt bestimmt. Tätige Solidarität könnte man das nennen. Gelebte Partnerschaft mit einer Pfarrei, die ganz ohne Kirchensteuer auskommen muß. Vergelt’s Gott!
Die Rhein-Zeitung hat unlängst einen Bericht über das Leben der Christen in Rußland veröffentlicht. Darin auch ein kleines Portrait der Rosenkranzgemeinde, hier als pdf-Datei herunterzuladen: Bericht Goldener Ring 4 10 2011 Rhein-Zeitung. Und natürlich bietet auch der Blog weiterführende Literatur unter: http://erlangenwladimir.wordpress.com/2009/07/13/erste-schritte/ und http://erlangenwladimir.wordpress.com/2010/12/09/hoffnung-fur-wladimir/




