Die wirtschaftliche und soziale Lage in der Region Wladimir entwickelt sich nach Ansicht von Gouverneur Nikolaj Winogradow weiter erfreulich. Zunahme bei der Industrieproduktion wie beim Umsatz des Einzelhandels und das bei steigenden Einkommen, die mittlerweile bei gemittelten 15.210 Rbl. monatlich liegen. Aber es gibt bei allem Optimismus auch eine Zahl, die alarmiert: In den vergangenen sieben Monaten ist das Volumen der ausländischen Investitionen um 57,8% zurückgegangen. Damit liegt der Anteil nichtrussischen Kapitals in der Wirtschaft des Gouvernements nur noch bei einem Viertel. Kein Grund zu Freude.
Gründe für diese Entwicklung sehen Beobachter in drei Komponenten, die zusammengenommen einen Mix ergeben, der Investoren aus dem Ausland derzeit auf Abstand hält. Zum einen sei da die erodierende Macht des Gouverneurs, der immer mehr Macht an die Gebietskörperschaften abtreten müsse, was es gerade Ausländern schwer mache, im Kompetenzgewirr die richtigen Partner in den Verwaltungen zu finden. Dann spiele da der Machtkampf zwischen dem starken Mann der Partei Einiges Rußland und dem Kommunisten Nikolaj Winogradow sowie dessen Gefolgsleuten eine Rolle, weil immer schwieriger werde zu sagen, wer das Sagen habe. Hinzu komme schließlich die Unsicherheit über die nähere politische Zukunft des Gouverneurs, dem Ambitionen auf einen Sitz in der Staatsduma in Moskau nachgesagt werden, die er weder bestätigt noch dementiert. Es wird halt in Wladimir sein wie bei uns auch: Wenn man nix Genaues weiß, kann man nur abwarten und hoffen, daß es nicht so schlimm kommt, wie es schon ist.



