Den Auftakt zum Jubiläumsjahr mit Wladimir hatten am 25. Januar die Stummfilm-Musiktage mit der Uraufführung der Musik zum „Sturm über Asien“ und Vera Zwetajewa vom Filmklub Wladimir auf dem Podium gegeben. Noch im Rausch der fulminanten Musik von Bernd Schultheis, aufgeführt vom Ensemble „Kontraste“ unter Leitung von Frank Strobel im Markgrafentheater entstand die Idee, den sowjetischen Streifen von Wsewolod Pudowkin mit der deutschen Komposition auch in der Partnerstadt zu zeigen. Doch ein solch schwergewichtiges und finanziell aufwendiges Projekt aus eigener Kraft zu stemmen, ward uns dann doch nicht gegeben. Immerhin aber zeigte der Klub von Vera Zwetajewa – der Blog berichtete darüber – im Herbst neuere deutsche Filme und leistete damit seinen Beitrag vor Ort zum Jubiläum.
Nun gibt es gute Nachrichten derart, daß das Goethe-Institut Moskau großes Interesse an dem Projekt zeigt und in Aussicht stellt, Aufführungen in Moskau, St. Petersburg und Nowosibirsk zu unterstützen. Ob das auch für Wladimir gelingen kann, ist noch unklar, soll aber versucht werden. Das dortig Publikum jedenfalls wäre ebenso begeistert wie die Besucher der Veranstaltung in Erlangen.
In der Zwischenzeit kann man sich den Film, unterlegt mit der Musik des Berliner Komponisten Bernd Schultheis und entstanden in einer Koproduktion von ZDF und ARTE, auch auf DVD ansehen. Kurz zum Inhalt:
Ausländische Interventionstruppen beherrschen während des Bürgerkriegs die Mongolei, westliche Kaufleute kontrollieren den Handel. Der Jäger Bair gerät in Streit mit einem britischen Pelzhändler und muß fliehen. Er schließt sich einer Gruppe russischer Partisanen an und kämpft gegen die ausländischen Besatzer. Als Bair in Gefangenschaft gerät, findet man bei ihm ein Amulett, das ihn als Nachfahre von Dschingis Khan ausweist. Nun soll er als „neuer Dschingis Khan“ inthronisiert werden, um die politischen Interessen der Konterrevolution zu vertreten. Seine anfängliche Apathie schlägt in offenen Haß um, als einer seiner Landsleute vor seinen Augen getötet wird.
Im letzten Teil seiner „Revolutionstrilogie“ führt Pudowkin nach die „Mutter“ (1926), und “Die letzten Tage von St. Petersburg“ (1927) die Entwicklung des revolutionären Bewußtseins an einem Menschen vor, der noch ganz der Natur verhaftet ist und daraus seine Kraft und seinen Instinkt für gesellschaftliches Unrecht bezieht.
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